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Max Ernst ist ein deutsch-französischer Maler, Graphiker und Bildhauer, der zu den innovativsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt. Aus Brühl bei Köln stammend, studierte er zuerst Kunstgeschichte in Bonn. 1919 gründete er gemeinsam mit Hans Arp die Kölner Dada-Gruppe und gehörte 1924 zu den ersten Mitgliedern der Surrealistengruppe in Paris, wo er seit 1922 lebte.

 
Als Künstler und Autodidakt wandte sich Ernst bereits frühzeitig der Technik der Collage zu, mit der er Ausschnitte aus Kupferstichillustrationen des 19. Jahrhunderts zu neuen Kontexten kombinierte und verfremdete. Höhepunkt dieser Arbeit war sein surrealistischer Collageroman "La femme". Die während dieser Zeit entstandenen Gemälde, wie "Zwei Kinder werden von einer Nachtigall bedroht" (1924, Museum of Modern Art, New York) oder "Celebes" (1921, Tate Gallery, London), sind stark vom Werk Giorgio de Chiricos beeinflußt. 

Der Wunsch, einen der automatischen Schreibweise (écriture automatique) surrealistischer Autoren entsprechenden Kunststil zu kreieren, führte Ernst 1925 zur Entwicklung einer von ihm selbst als Frottage bezeichneten graphischen Technik, bei der er die Oberflächenstruktur von Objekten wie Blättern oder Holzstücken mit Hilfe eines Bleistifts auf den Zeichenträger durchrieb und sich dadurch zu neuen visionären Bildkonzepten anregen ließ. Auf diese Weise entstanden gewaltige Traumstädte, in denen sich Elemente des Vegetativen und Zivilisatorischen überlappen (Die ganze Stadt, 1936-1937, Kunsthaus Zürich). Darüber hinaus experimentierte Ernst mit der Grattage, bei der ein dicker Farbauftrag wieder von der Leinwand heruntergekratzt wurde, so daß ein Negativbild entstand. Seit Ende der zwanziger Jahre wandte sich Ernst auch der Bildhauerei zu und schuf zahlreiche Plastiken, die stark von der afrikanischen Kunst beeinflusst waren (Capricorne, 1948-1964, Nationalgalerie, Berlin).

1939 kam er als Ausländer in Frankreich in Haft, konnte jedoch 1941 mit seiner dritten Frau Peggy Guggenheim nach New York ausreisen. 1950 kehrte Ernst nach Frankreich zurück, wo er am 1. April 1976 in Paris verstarb.

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