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Wenn die Rede ist von einer Ära oder einem Urgestein, dann geht es normalerweise um Zeiträume, die über unsere Lebensspanne hinausgehen. Man kann die Begriffe aber auch als Metaphern verwenden. Auch dann muss das übertragen Gemeinte eine sehr lange Zeit beschreiben. Mit dem Abschied von Herrn Vogelfänger geht für unsere Schule ganz sicher eine Ära zu Ende. Der Schüler Hans, der später als Referendar an seine Schule zurückkehrte, Lehrer am MEG wurde, dutzende Schülerjahrgänge durch das Abitur begleitete, zahlreiche Ämter und Sonderaufgaben übernahm und als stellvertretender Schulleiter eine tragende Säule unserer Schule wurde, wurde am 4.7. feierlich verabschiedet. Ein Urgestein verlässt uns.

Zur Verabschiedung waren zahlreiche hochkarätige Gäste, von denen viele wiederum auf ihre persönliche Weise mit dem MEG und Herrn Vogelfänger verbunden sind, gekommen; So begrüßte Herr Phiesel den Brühler Bürgermeister Herrn Freytag, Vertreter der Stadt, Dezernenten, Eltern- und Schülervertreter, Kollegen und Ehemalige. Zunächst aber verabschiedeten sich jene von Herrn Vogelfänger, die all die Jahre im Mittelpunkt seiner Arbeit gestanden haben: Hunderte Schüler feuerten ihre selbstgebastelten, bunten Papierflieger auf ihn ab. War das eine weitere Metapher für die Ära des Vogelfrei-Seins, die für den Vogelfänger jetzt anbricht?

Fast 55 Jahre dauerte die Ära am MEG, rechnete Herr Freytag in seiner Ansprache vor. Eine Zeit, in der Herr Vogelfänger sich mit großem Engagement dem Gelingen dieser Schule gewidmet habe, und eine Zeit, bei der, wenn man mit so viel Herzblut wie unser stellvertretender Schulleiter bei der Sache ist, beim Abschied auch etwas Wehmut aufkommen kann. Spürbar wurde das auch bei der Rede von Herrn Phiesel, dem Herr Vogelfänger viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Jetzt fragte Herr Phiesel: „Was nun, Herr Vogelfänger?“

Auch die Abschiedsreden der Fachschaften waren sehr bewegend und vielen Kollegen wurde bewusst, dass sie von nun an ohne die Tipps und Expertise eines Urgesteins auskommen müssen. Aber Herr Vogelfänger ist auch ein Stück MEG, und wir wären nicht am MEG, wenn bei den mathematischen, philosophischen und informativen Beiträgen nicht auch viel gelacht worden wäre. So gewann der Kandidat Hans Vogelfänger das Jeopardy-Quiz mit Bravour und durfte danach die „Stellvertretender-Schulleiter-Suppe“ (Zutaten: Abrechnungen, Etat, Aprilscherze, Mathematik und vieles mehr) des Lehrerrates genießen.

Musikalisch untermalt wurde die Verabschiedung von Chören und den Musiklehrern, die ein gemeinsames Stück einstudiert hatten. Am Ende sang nochmal der SELE-Chor, ausnahmsweise ohne Herrn Vogelfänger und seine Frau, die auch hier seit Jahren Mitglieder sind. Aber keine Angst, beim nächsten Auftritt wird er wieder mit auf der Bühne stehen. Er ist schließlich ein Urgestein und so fest mit der Schule verwurzelt und die Schule mit ihm, dass auch das Ende einer Ära noch lange kein Abschied für immer bedeutet.

 

 

 

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