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Inhalte versus Populismus: Welcher Weg ist erfolgreicher?

Unter diesem Motto stand die von der SV initiierten und unter der Leitung von Herrn Wolny und Herrn Kopplin organisierte Podiumsdiskussion in der Aula am 20.03.2017. Geladen und gekommen waren namhafte Politiker aller Parteien, die laut Umfragen im Landtag vertreten sein könnten:

Hans Decruppe (Die Linke) 

Dagmar Andres (SPD)

Johannes Bortlisz-Dickhoff (Bündnis 90/ Die Grünen)

Gregor Golland (CDU) Ralph Bombis (FDP)

Franz Pesch (AfD)

Die mit hohem technischen Aufwand gestaltete Diskussion begann zunächst mit einem Kurzfilm zum Thema Populismus, in dem der Begriff genauer erläutert wurde. In dem folgenden Kennenlernspiel erfuhren die Schülerinnen und Schüler dann, dass die Vorbilder auf der Bühne alle schon einmal die Schule geschwänzt und einen Strafzettel bekommen hatten, was die anfängliche Distanz zwischen Schülern und Politikern schnell spürbar verringerte. Dann stellte das Moderatorenteam (Jan Cibura, Sarah El-Zayat, Anita Mosavi-Lamoki) auch schon die erste Frage, die alle Anwesenden brennend interessierte: „G8 oder doch lieber G9?“ Bereits in der ersten Runde wurden die unterschiedlichen Sichtweisen sehr deutlich: Während die Kandidaten der AfD und der Linken sich klar für eine Rückkehr zu G9 positionierten, plädierten die anderen Parteien für eine „sowohl-als-auch“-Lösung, wobei hier noch differenziert wurde bei der Frage, ob jede Schule sich entscheiden sollte oder beide Modelle innerhalb einer Schule existieren sollten. Auch bei der Frage nach der Digitalisierung der Schulen wurden ganz unterschiedliche Sichtweisen deutlich. Die Politiker warfen hier auch neue Fragen auf, wie: Ist die Digitalisierung in der Hand weniger, großer Unternehmen eine Gefahr für die Demokratie? Wie soll der Ausbau des Breitbandnetzes finanziert werden? Brauchen wir ein öffentlich finanziertes Netz?

Die Moderatoren achteten immer wieder penibel darauf, dass einzelne Redeanteile nicht zu stark überwogen. Die Sprechzeit jedes einzelnen der Kandidaten wurde gestoppt und war stets für alle sichtbar. Zwischendurch wurde den Schülern im Publikum die Möglichkeit gegeben, sich mit ihren kritischen Fragen zu Wort zu melden. Hiervon machten sie auch regen Gebrauch und zeigten so, welche Themen ihnen besonders am Herzen lagen.

Auch zum zweiten Themenkomplex, zur inneren Sicherheit, wurde lebhaft debattiert. Mehr Kameraüberwachung forderte hier Gregor Golland von der CDU. Das helfe, Straftaten zu vermeiden und Täter schneller zu identifizieren. Herr Bombis von der FDP forderte einen Gesamtansatz, der nicht auf Überwachungsmaßnahmen beschränkt ist. Franz Pesch von der AfD beklagte, Intensivtäter würden nicht immer geschnappt und bestraft, was eine heftige Reaktion von Herrn Decruppe (Die Linke) provozierte: „Das ist Unsinn! Und das ist populistisch! Die Kriminalität hat in Deutschland in den letzten Jahren abgenommen.“ Leider wurde auf den Unterschied zwischen einer allgemeinen Kriminalitätsstatistik und dem möglicherweise doch kritikwürdigen Umgang mit Intensivtätern, der zuletzt immer wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, nicht mehr differenzierend eingegangen. Herr Bortlisz-Dickhoff entgegnete aber, es sei schon ein Behördenversagen, wenn sich Straftäter mit 14 verschiedenen Identitäten durch Europa bewegten.

Für heitere Momente sorgte das Kärtchenspiel: Die Politiker sollten ihr Kärtchen hochhalten, wenn sie bestimmten Zitaten aus Wahlprogrammen zustimmen. Es zeigte sich deutlich: Nicht jeder kannte sein Wahlprogramm auswendig.

Am Ende schloss Schülersprecher Jan Cibura die Debatte mit den Worten: „Wir wollten heute offen, konkret, tolerant und ehrlich ins Gespräch kommen, denn politische Debatten sollten auf der Basis des Grundgesetztes und des Respekts voreinander stattfinden.“ Dieses Ziel wurde erreicht und es wurde deutlich, dass der Weg des offenen Meinungsaustauschs der erfolgreiche ist.

 

 

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