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Wenn das Shakespeare wüsste...

William Shakespeare: Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, genialer Autor der bedeutendsten, meistaufgeführten und verfilmten Bühnenstücke der Weltliteratur. Ein ganz besonderer Mix aus insgesamt 16 Stücken des elisabethanischen Meisters wurde am 14., 15. Und 16.02. in der Aula des MEG dargeboten. Unter Leitung von Yvonne Kreckel und Gesa Eversmeyer hatte die Theater-AG lange geprobt, Kostüme geschneidert und am Bühnenbild gebastelt, um am Ende ein Stück zu präsentieren, das den Vergleich mit anderen modernen Adaptionen kommerziell betriebener Theater nicht scheuen musste. Wenn das Shakespeare wüsste!

Da ist zunächst das Bühnenbild: Im Halbkreis aufgestellte Bücherregale bilden ein Bücher-Universum, das die ganze Bühne einnimmt. Rund zweitausend Bücher hatte die AG dafür ausgeweidet und in die Regale geklebt, um den Gewichtsbeschränkungen für die Bühne und den Sicherheitsregeln der Schule gerecht zu werden. Der Halbkreis ist eine Hommage an das Globe-Theatre in London. Die Bücher erinnern einerseits an die literarische Bedeutung Shakespeares, andererseits sorgen intelligente Lichteffekte für leuchtende Buchrücken und verbinden so – passend zur Interpretation der Darbietungen – die Klassik mit der Moderne.

Wie führt man nun an einem Abend 16 Stücke des Poeten auf? Ganz einfach: Indem man sie transferiert in Unterrichtsstunden, Raps, Gute-Nacht-Geschichten, Gerichtsverhandlungen oder Zeitreisen, einiges davon nochmal untereinander und miteinander vermischt und verbindet, die Schauspieler in teils klassisch, teils hypermodern, teils „assi“ anmutende Kostüme steckt und das Ganze mit Diashows, Rauch-Effekten und einer guten Prise echt beeindruckenden schauspielerischen Talents mischt. Heraus kommt eine erfrischende Mischung von Shakespeare, wie man ihn garantiert noch nie gesehen hat. Wenn das Shakespeare wüsste!

Die Begeisterung des Publikums wurde am Ende im tosenden Applaus hörbar und spürbar. Weder Theater-AG, noch Schulleitung übernahmen am Ende die Verantwortung für einen eventuellen Bildungszuwachs oder eine Überdosis an Eindrücken. Und wenn Shakespeare das wüsste? Er wäre vermutlich begeistert von dem, was Schüler und Lehrer da gemeinsam auf die Beine gestellt haben.  Vielleicht wäre er aber auch „geflasht“  und verängstigt durch die Überdosis an Eindrücken. Gut, dass für diesen Fall auf der Bühne eine Zeitmaschine bereitstand.

 

 

 

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