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Erstmals haben in diesem Jahr 12 Sängerinnen und Sänger des Mittelstufenchores am MEG an der Kölner Oper mitgewirkt! Nach einer kompakten und sehr intensiven Probenphase im Frühling wirkten die Kinder als Straßenkinder bei vier Aufführungen von Kurt Weills „Street Scene“ im Staatenhaus in Köln-Deutz mit. Von diesem unvergesslichen Erlebnis berichtet Milena Gies und Mona Protoschill aus der 6. Klasse.Copyright: Paul Leclair

In der Oper „Street Scene“ von Kurt Weill geht es um die Bewohner eines großen Mehrfamilienhauses in einem Einwandererviertel in New York im Jahr 1938. Kurt Weill war selbst aus Deutschland in die USA ausgewandert und wollte nicht nur von den Reichen und den schönen Seiten des Lebens in New York erzählen. Deshalb spielt das Stück in einer ärmeren Gegend. Die Handlung dreht sich vor allem um die Familie Maurrant: Mrs. Maurrant hat wegen ihrer unglücklichen Ehe eine Affäre mit dem Milchmann. Am Ende der Oper erwischt ihr aggressiver und betrunkener Ehemann sie und erschießt die beiden.

Unter der Leitung von Frau Buncic haben 12 Schülerinnen und Schüler des MEGs bei vier Aufführungen an der Oper Köln im Kinderchor und als Statisten mitgewirkt. Unseren großen Auftritt hatten wir am Anfang des zweiten Aktes. Als „Street Kids“ haben wir zu einem einstudierten Fangspiel gesungen. Das Spiel endete in einer Prügelei. Daneben hatten wir kleinere Auftritte als Kinder, die auf der Straße malen, spielen, Eis essen und die Ereignisse verfolgen. Eine von uns hatte sogar eine „richtige“ Rolle mit Text und einem Gesangssolo.

Dafür haben wir oft geprobt. Das war spannend – z. B. weil die Regisseurin und die Choreographin nur Englisch sprachen. Deshalb gab es einen Dolmetscher und außerdem einen Dialect Coach, der mit uns den echten „New York Accent“ geübt hat. Alle Mitwirkenden waren sehr nett zu uns. Für die Proben mussten wir einen Teil unserer Osterferien opfern – es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Bei der Oper geht es professionell zu: Für die Kostüme hat eine Schneiderin erst von jedem die Maße genommen, dann wurde genäht und schließlich gab es einen extra Termin für die Kostümanprobe.  

Nachdem wir unser Gesangsstück am MEG geübt hatten, sind wir für die ersten szenischen Proben nach Hürth gefahren, wo eine Probebühne aufgebaut war. Die Hauptproben mit den anderen Darstellern und dem Orchester fanden im Staatenhaus in Köln-Deutz statt, wo später auch die Aufführungen waren.

An den Tagen unserer Auftritte haben wir uns ganze drei Stunden vor Beginn der Aufführung getroffen, um uns auf den Weg zu machen. Im Staatenhaus sind wir durch den Künstlereingang in die Garderobe für den Kinderchor gegangen und haben dort die Kostüme angezogen. Danach ging es in die Maske – auch für die Jungs. Dort wurden wir frisiert. Da wir Straßenkinder gespielt haben, waren die Frisuren extra unordentlich und uns wurde brauner Puder auf Gesicht, Arme und Beine gepinselt. Zum Schluss kam das Schweißgel drauf, denn das Stück spielt im Hochsommer bei 40 °C.

Vor den Auftritten haben wir uns eingesungen und unser Gesangsstück noch einmal geprobt – trotzdem waren wir jedes Mal ein bisschen nervös. Es hat aber immer geklappt und wir haben nach unseren Auftritten sogar Szenenapplaus bekommen: Ein tolles Gefühl, wenn das ganze Publikum (in dem natürlich auch unsere Eltern saßen) begeistert klatscht! Für uns war es ein einzigartiges Erlebnis.

Wer noch mehr von diesem tollen Projekt sehen oder hören möchte, kann dies hier tun:

https://www.oper.koeln/de/programm/street-scene/4064

https://www.youtube.com/embed/8OwDlqn7oHU?vq=hd720&color=white&rel=0&autoplay=1

Copyright für das Foto: Paul Leclaire

 

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