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Am 25. Januar feierte das Max-Ernst-Gymnasium das Ende einer Ära: Nach elfeinhalb Jahren verabschiedeten Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen und zahlreiche Vertreter der Stadt Brühl sowie der Schulaufsicht Schulleiter Berthold Phiesel, der am 01.02.2019 in den Ruhestand geht. Zur Verabschiedung  wurde eine Feierstunde in der Aula des Gymnasiums veranstaltet, die von dem Literaturkurs unter Leitung von Frau Kreckel moderiert wurde und bei der zahlreiche Weggefährten an das Rednerpult traten.

Zunächst wollten sich aber noch alle Schülerinnen und Schüler von ihrem Schulleiter verabschieden. Dies taten sie musikalisch mit einer abgewandelten Version der „kleinen Moorhexe“, die sie zum Abschied winkend auf dem Schulhof sangen.  Von dort wurde Herr Phiesel auf einer eigens vom Kurs der Jahrgangsstufe 9 mit Neigungsschwerpunkt Deutsch/Kunst unter Leitung von Frau Dercks und Herrn Eschner angefertigten „Sänfte“ in die Aula gefahren – begleitet von kunstvoll kostümierten Schülerinnen und Schülern des Deutsch/Kunst-Kurses.

Die Moderation übernahmen nun Sherlock Holmes und Dr. Watson, die mit vielen geschickt und vor allem humorvoll „kombinierten“ Bezügen zum MEG durch die Veranstaltung führten. Denn es galt, den gestohlenen LopLop zu finden, und die kriminalistische Suche spann den Rahmen für die folgenden Redebeiträge.  Doch zunächst stimmte der SELE-Chor aus Schülern, Eltern und Lehrern musikalisch in die Veranstaltung ein.

Oberbürgermeister Dieter Freytag begann mit einem Blick auf den damaligen Ausschreibungstext der Schulleiterstelle, auf den Herr Phiesel sich beworben hatte:  „Ein dialogischer Führungsstil – verbunden mit der konsequenten Umsetzung schulischer Normen – ebenso wie die Offenheit gegenüber Initiativen von Seiten der Eltern- und Schülerschaft sowie eine gute Kooperation mit dem Schulträger“ war dort erwartet worden. Herr Phiesel habe diese Voraussetzung besonders erfüllt, denn er habe durch seine besondere Kommunikationskultur und sein kritisches Bewusstsein für die Entwicklung der Schule aktive Teilhabe vorgelebt und gefördert. Dabei habe er auf demokratische Kompetenzen und Partizipation von Schülerinnen und Schülern sowie deren Bildung hin zu mündigen Bürgern besonderen Wert gelegt. Erinnerungskultur sei gepflegt worden, Politiker zu Diskussionen in die Schule geholt und immer wieder sei der Blick für diejenigen geschult worden, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Diese oft auch schwierigen Prozesse – Umsetzung von G8, Modernisierung, Digitalisierung und Öffnung von Schule - habe Herr Phiesel als Motivator begleitet und so selbst ein Stück Brühler Geschichte geschrieben.

Nachdem die SV einen Film gezeigt hatte, in dem die Schüler sich verzweifelt auf die Suche nach dem fehlenden Schulleiter gemacht und dessen Kompetenzen bei der „Einlasskontrolle“ und in Vertretungsstunden vermisst hatten, betonte Schuldezernentin Inge Mertens-Billmann, Herr Phiesel sei ein Überzeugungstäter: Er sei Lehrer aus Überzeugung, und seine Tatkraft zeige sich bei seinem konsequenten und verlässlichen Austausch mit allen, die am Gelingen des MEG beteiligt worden waren.

Trotz mehr oder weniger hilfreicher Unterstützung der Sekretärin Frau Eßer und der geistig eher langsamen Vertreter der Polizei konnten Holmes und Watson den LopLop immer noch nicht finden, sodass nun die „Gefährten“, ergo die Stellvertreter, Herrn Phiesel ehrten: Herr Eckmann, Herr Vogelfänger und Herr Schulz betonten die freud- und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dies tat anschließend ebenso der Lehrerrat, der die Metaphorik aus „Herr der Ringe“ fortführte und sich im Namen des Kollegiums bedankte. Nun folgte eine „Sitzung“ der Schulpflegschaft, in der die Macken mancher Eltern, mit denen man sich auch als Schulleiter hin und wieder beschäftigen muss, humoristisch aufs Korn genommen wurden.

Herr Phiesel selbst dankte allen Beteiligten – Hausmeistern, Sekretärinnen, Lehrerinnen und Lehrern, Vertretern von Schulträger und Schulaufsicht, Eltern und Reinigungskräften, nicht zuletzt auch seiner Frau - für die gemeinsame, unterstützende Arbeit am „Projekt MEG“ und erklärte, wie erfüllend, aber auch wie ausfüllend das Amt oft gewesen sei. Die vielen, vielen jungen Menschen, die er begleitet habe, hätten sein Leben wirklich bereichert. Nun freue er sich aber auch auf mehr Zeit für seine Enkel und seine Hobbies. „Jetzt habe ich den Leistungskurs in Hauswirtschaft. Und meine Frau schreibt das Curriculum. Es war en superjeile Zick! Auf Wiedersehen!

Und auch der Fall des verschollenen Loplop war nun gelöst: Herr Phiesel erhielt ihn als Geschenk von Eltern und Lehrern für seinen Garten. Den musikalischen Ausklang gestalteten die Musiklehrer und –lehrerinnen des MEG mit einem anspruchsvollen A-capella-Stück und der SeLe-Chor, der Bühne und Proszenium füllte.

Musik, Humor, hoher Anspruch und spürbarer Gemeinschaftsgeist – die Garnituren der Feierstunde repräsentierten in komprimierter Form das, wofür das MEG heute steht. Und damit das, was unter der Leitung von Herrn Phiesel initiiert, gepflegt und ausgebaut wurde.

 

 

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